Personalvermittlung und Entwicklung
mit Achtsamkeit und Wertschätzung.

Outplacement – Ein Erfahrungsbericht

In diesem Interview stellen wir Ihnen Dr. Klaus-Peter Huber vor, KI-Experte und Führungskraft in verschiedenen Firmen und eine inspirierende Persönlichkeit, die nach einem unerwarteten beruflichen Wendepunkt mit über 60 Jahren den Mut und die Entschlossenheit fand, einen neuen Weg einzuschlagen.

Eine Geschichte, die all jene ermutigt, die sich in ähnlichen Situationen befinden, und die auch Impulse geben wird, auf was man achten sollte.

Wie kam es zu unserer Zusammenarbeit im Outplacement?
Ein unerwartetes Auflösungsangebot meines Arbeitgebers zwang mich, mich mit über 60 Jahren auf die Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive zu begeben.

Wie hast Du ein Outplacement-Beratungsunternehmen gefunden und welche Tipps oder Learnings kannst du weitergeben?
Gesucht habe ich über das Internet und Empfehlungen. Ich hatte dann die Wahl zwischen reinen Personalagenturen, Coachingangeboten und einem stark Management lastigen Angebot.

Meine wichtigsten Learnings:

  • Wählen Sie eine „lokalen“ Anbieter, mit dem Sie sich auch persönlich face-to-face treffen können
  • Unterschätzen Sie nicht den Coachingaspekt, denn das Verarbeiten der Situation und das sich Öffnen
  • für neue Perspektiven (und Sie glauben nicht, wie viele es tatsächlich gibt) gelingt erst richtig, wenn eine vertrauenswürdige Person Ihr Lebensmodell hinterfragt
  • Auch wenn man glaubt, dass man sich sehr gut beschreiben kann, ist es sehr wertvoll beim CV und beim Anschreiben einen Blick von außen zu bekommen und auch neue Fotos geben einen sehr guten Impuls zur Veränderung

Warum hast Du Dich gerade für achtwert entschieden?
achtwert hat einerseits gerade die Kombination aus Nähe, sowie Coaching und Personalvermittlung geboten und andererseits haben mich die schnelle Kontaktaufnahme und das persönliche Vorgespräch mit Steffen Oechsle überzeugt.

Was hat Dich im Outplacement besonders gefordert und warum?
Der Umgang mit der Enttäuschung, der Zwang zu einer neuen beruflichen Lebensplanung und die Existenzängste waren besonders herausfordernd.

Gibt es ein besonderes Momentum, eine bewusste „Weichenstellung“ in der Zusammenarbeit?
Bei achtwert hatte ich das Gefühl, als Mensch wertgeschätzt, und nicht nur als Kunde behandelt zu werden.

Erzähl uns in Kürze etwas über Dich.
Beruflich hat mich schon immer fasziniert, wie man Wissen generieren kann und so habe ich mir in unterschiedlichen Rollen und Unternehmen viel Expertenwissen (u.a. Privat genieße ich das Zusammensein in der Familie, mit dem Wohnmobil in den Weinbergen zu stehen, gutes Essen und guten Wein, wobei es nicht der Gourmetstern sein muss, sondern die einfachen Dinge mir genauso viel Freude bereiten können.

Welche persönlichen Ziele hattest Du zu Beginn der Zusammenarbeit?
Einen Job zu finden, der meine Existenz sichert, aber auch meine Fähigkeiten nutzt, Freude bereitet und in dem ich Wertschätzung erfahre.

Was bereitet Dir bei der Arbeit besondere Freude?
Anderen etwas beizubringen, Kunden zu beraten, selbst Neues zu lernen und dabei erfolgreich zu sein.

Als was willst Du in der Gesellschaft gesehen werden?
Ich strebe danach, als authentischer Mensch gesehen zu werden, der erfolgreich seinen Weg gegangen ist und andere Menschen auf dem Weg mitgenommen hat.

Wie reagierst Du auf Kritik von Führungskräften oder Mitarbeitenden?
Ich nehme Kritik ernst, um daraus zu lernen und mich zu verbessern. Offen gestanden, fällt mir das Kritik annehmen nicht immer leicht.

Welche neuen Perspektiven konnte denn achtwert bei Dir anregen?
Sicher die Frage, ob ein 50 Stundenjob überhaupt noch das ist, was ich will, auch wenn ich es nicht anders gewohnt war. Oder die Überlegung, ob eine Stelle bei einem NGO stimmiger wäre als eine in der Wirtschaft. Und nicht zuletzt die Überlegung, ob zu meiner Lebensphase eine selbstständige Berateraufgabe als Übergang in einen vorgezogenen Ruhestand passt.

Welche drei Tipps kannst Du aus Deiner Erfahrung im Outplacement und Deiner Rolle als Führungskraft mitgeben?

  • Bauen Sie ein starkes Netzwerk auf: Egal in welchem Stadium Ihrer Karriere, ein starkes Netzwerk kann in schwierigen Zeiten von unschätzbarem Wert sein. Investieren Sie Zeit in den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu Kollegen, Ex-Kollegen, Kunden und Dienstleistern
  • Offenheit für Veränderungen: Geben Sie sich Zeit und seien Sie wirklich offen für Veränderungen und stellen Sie sich neuen Möglichkeiten, die sich ergeben können
  • Nutzen Sie Coaching und Beratung: Sich Unterstützung von Experten zu holen, sei es durch Coaching oder professionelle Beratung, kann Ihnen helfen, Ihre Perspektiven zu erweitern und klare Ziele zu setzen

Nach vorne geschaut, was war Dir wichtig bei der Jobsuche?
Natürlich soll der Job meinen Fähigkeiten entsprechen. Aber im Gegensatz zu früher suche ich nicht mehr bei großen Unternehmen, wo man oft einer von vielen und austauschbar ist. Jetzt habe ich den Fokus auf verantwortungsvolle und spannende Aufgaben mit Gestaltungsfreiheit und Wertbeitrag gelegt.

Bist Du bereit im Alter ggf. auch Anstellungen mit weniger Gehalt zu akzeptieren?
Grundsätzlich darf das mit dem Alter nichts zu tun haben, sondern die Erfahrungen sollten sich auch im Gehalt widerspiegeln. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Gehaltsniveaus in meinem Arbeitsfeld extrem schwanken. Ich habe dieses Mal bei der Jobsuche die Priorität des Gehalts geringer eingestuft. Und am Ende hat mein Bauch entschieden, ob das Paket passt oder nicht.

Welche Empfehlungen würdest Du Persönlichkeiten in vergleichbarer Situation geben?

  • Nicht glauben, dass man als Ü50 besonders geschützt ist und nach über 10 Jahren Zugehörigkeit nicht mehr gekündigt wird
  • Beim Verhandeln unbedingt einen Fachanwalt hinzuziehen, denn es gibt juristische Finessen und man ist selbst emotional stark „angeschlagen“. Z.B. ist die Höhe der Abfindung oft Verhandlungssache. Den gesetzlich üblichen Faktor (0,5 pro Jahreszugehörigkeit) muss man nicht immer akzeptieren
  • Dafür sorgen, dass man zumindest 3 Monate (besser 6) Freistellung bei vollem Lohn bekommt, um die Situation zu verarbeiten und um einen neuen Job zu finden. Idealerweise verhandeln Sie ein Outplacement-Budget
  • Unbedingt eine Vertrauensperson (am besten einen Coach) hinzuziehen, um Erwartungen zu klären, eine neue Perspektive zu entwickeln und auch Unterlagen (Profile, CV…) zu überarbeiten
  • Nutzen Sie Ihr Netzwerk, dafür muss es aber zuvor auch da sein

Wirst Du Deine Erfahrung zukünftig mit diesen Persönlichkeiten teilen? Ist etwas geplant?
Gemeinsam mit achtwert möchte ich gerne im Rahmen von Kaminabenden oder ähnlichen Formaten meine Erfahrung mit Betroffenen teilen. Darauf freue ich mich sehr.


Lieber Klaus-Peter, herzlichen Dank für Deinen Mut und Dein Vertrauen!

Ich freue mich auf
unseren Austausch

achtwert Portrait Steffen Oechsle